Holo Ads von Microartstudio

Trotz meinen schlechten Erfahrungen mit den Flammenmarkern von Microartstudio und ihren imho zu dünnen, und dadurch bruchanfälligen MDF-Bausätzen der District-5-Reihe, habe ich abermals der Firma eine Chance gegeben und mir die schicken, holografischen Anzeigetafeln zugelegt, die das Unternehmen (primär für Infinity) anbietet.

Tja – was soll ich sagen..?

Ich finde die Sachen von Microartstudio teilweise ja echt absolut innovativ und richtig schick, die Herstellerfotos sehen immer klasse aus und auch, wenn ich weiss, dass man in unserem Hobby immer ein paar Abstriche in der eigentlichen Praxis machen muss, geht manches irgendwie gar nicht.

Doch eins nach dem anderen. Erstmal kurz zum Inhalt:
Das Paket enthält einen A4-großen, vorgelaserten MDF-Bogen, drei Holoanzeigen aus bedrucktem Acryl und eine einseitge Bastelanleitung.

Mit dem MDF von Microartstudio habe ich irgendwie immer wieder so meine Probleme – ich weiss nicht, ob da im Vergleich zu anderen Herstellern ein Millimeter an Dicke fehlt oder die ein feuchtes Lager haben – immer wieder bricht mit bei deren MDF-Produkten schon beim (vorsichtigen!) Heraustrennen der Bauteile irgendwo was ab.
Jetzt nicht mal besonders dünne, empfindliche Stellen – irgendwie ist deren MDF einfach zu dünn oder nicht fest genug.

Wenn ich das mit MDF-Bausätzen von 4Ground, Tactical Terrains, Blotz oder gar dem MiniatureArchitect oder MadMechaGuy vergleiche, schneidet Microartstudio da – mit viiiiiel Abstand zu den anderen – am Schlechtesten ab.
Keine Ahnung woran das letztendlich liegt – vielleicht würde +1mm auf die Dicke da schon Wunder wirken.

Auch die Lasercuts sind imho zu knapp bemessen – was man da immer noch mit dem Bastelmesser nachschneiden muss ist zwar kein Weltuntergang, aber bei anderen Herstellern fällt diese Nachbearbeitung deutlich geringer aus – wenn sie überhaupt nötig ist.

Na, wie auch immer – letztendlich kann man ja mit Leim alles richten und nachdem alles getrocknet war kam noch Farbe drauf und alles war schick.

Fehlten nur noch die Holo-Ads.
Und da ging das Kotzen wieder los:

Die bedruckten Acrylplättchen sehen schick aus, sind aber etwas dunkel, so dass bei zu geringem Licht die Motive (oder das da welche drauf sind) kaum noch zu erkennen sind. Kein Drama und vermutlich dem Material geschuldet – trotzdem etwas schade. Doch das ist gar nicht das Problem.

In der Anleitung steht, das man vorsichtig (Haha!) die Folie auf der „un printed“ Seite abziehen soll.

Okay…
Da ist also ne Folie…

*such*

Sicher?

*weitersuch*

Nach – ohne Scheiss – gut 5 Minuten hatte ich dann „erfühlt“, dass da irgendwie noch was drauf klebt.
Okay – also Ecken befummeln, bis man was zum Greifen hat, was dann irgendwann auch geklappt hat.

Ich ziehe also die erste Folie obermegavorsichtig ab – und ca. ab der Hälfte fängt das Mistding an, seine Klebeschicht auf dem Acryl zu lassen. Eine hauchfeine, optisch stumpfe Beschichtung aus Kleber.
Selbst sofortige Korrekturbemühungen und das Abziehen von anderen Ecken waren nicht hilfreich.
Sehr geil – nicht!

Sieht voll kacke aus – und mit was stumpfen runterkratzen geht auch nicht. Also schubber ich mal mit dem Daumen rüber, was dafür sorgt, das ein Teil des Klebers kleine Popel bildet, während der andere Teil als stumpfe, ölartige Schicht noch feiner verschmiert wird. Geil!
Sowas erwarte ich bei einer transparenten, scifi-hi-tec Holo-Ad: Geschmiere!

Doch es wird noch besser.
Ich schnappe mir also HoloAd Nummer 2, erfummel wieder eine greifbare Kante, beginne abzuziehen – und merke auf einmal, dass ich einen Teil der Druckbeschichtung des Acryls abziehe! Auf der „un printed“ Rückseite!
WTF? Wie ist das überhaupt möglich?

Zum Glück fiel mir das Debakel relativ früh auf, so dass weitere Schäden am Druck verhindert werden konnten.
Bei HoloAd Nummer 3 wiederholte sich dann die Schmierarie von HoloAd 1 – nur das hier die Bedruckung auch schmierend verblasste. Häh?!?!?
Ich bin nicht blöd und habe nicht auf der falschen Seite rumgespielt – irgendwie ist da bei mir aber wohl der Wurm drin oder das Produkt ist die absolute Megascheisse (die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen).

Aber bei allen drei HoloAds hat die Folie auf über 60% ihrer Fläche stumpfraue Klebeschicht hinterlassen, die superhartnäckig ist. Nicht schön das.

Entnervt habe ich die Acryldinger dann in die Rahmen gesetzt (was mal ohne irgendein Problem funktionierte) und bei der Präsentation im Freundeskreis meinten erstmal auch alle „Geiler Shice!“ – bis sie das Acryl anfassten (kleb) bzw. die Dinger mal gegen das Licht hielten (Schmiere und Verblassung).

Wie gesagt:
Auf den ersten Blick sehen die super aus – aber bloß nicht genauer hinsehen.

Ich werde jetzt noch mit diversen terpentinartigen Sachen mich an den Kleber wagen (und darüber berichten), wobei ich allerdings fürchte, dass dann auch der restliche Druck verschwindet, das Acryl sich auflöst oder der MDF-Rahmen explodiert.

Nee, Microartstudio – bei Euren HoloAds ist imho noch Verbesserungsbedarf.

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2 Kommentare zu Holo Ads von Microartstudio

  1. Opa Wuttke sagt:

    Wenn ich das lese, muß ich schon schmunzeln ob des Galgenhumors. Andererseits eine gute Methode, um derartige Ärgernisse zu verarbeiten.
    Unabhängig davon ein Kompliment:
    Dein Blog ist derzeit mein Favorit in Sachen Informationsgehalt, Thematik und Schreibe.
    Eine echte Fundgrube !

    • Skirmisher sagt:

      Vielen Dank 🙂
      Ich will ja auch nicht bashen, aber manche Sachen sind so frustig, da hilft nur ein Artikel, um sich Luft zu machen 😉
      Zur Abwechslung kommt als Nächstes sogar mal ein positiver Microartstudiobericht.

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