Bau eines Fachwerkhauses

Heute gibt es nach längerer Zeit mal wieder ein größeres Projekt: Ein zweistöckiges Fachwerkhaus aus Hartschaum im Stil meiner Bauernhütte.

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Als Basis dienten zwei MDF-Bretter (20cm x 15cm), welche als Böden des Erdgeschosses und ersten Stockes dienen würden. Dazu schnitt ich mir gleich jeweils vier Wände zurecht:
Für das Erdgeschoss wählte ich eine Höhe von 5cm und genau auf das Brett passende Längen, für den ersten Stock 6cm Höhe (da hier ein Holzbalken zwischen den Etagen noch Platz benötigen würde) mit Wandlängen, die direkt um das MDF-Brett verlaufen würden, um hier eine größere Grundfläche zu erzielen.
Wer sich über die grüngelbe Schmiere an den Wänden wundert: Die Schnittspuren der Fenster würden später außen von Steinen verdeckt werden, doch auf der Innseite sichtbar sein, weshalb ich sie dort mit Milliput kaschierte.

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Zwar sollte es keine aufwendige Innendekoration geben, aber trotzdem gänzlich bespielbar sein, weshalb ich für den Boden im Erdgeschoss eine Schaumplatte per Bleistift mit einem Steinmuster dekorierte und zusammen mit den Wänden auf das Holz klebte (für den ersten Stock wiederholte ich diesen Schritt mit einem Holzbalkenmuster).

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Damit später das obere Stockwerk einen besseren Halt haben würde, wurden an dessen Unterseite ein paar Führungsbalken befestigt.

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Das Erdgeschoss sollte komplett aus Stein bestehen, also wurde gepuzzelt – aus verschieden dicken Hartschaumflächen schnitt ich Stein um Stein zurecht und klebte damit die Wandaußenseiten voll.

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Auch die Stützbalken aus „Holz“ entstanden auf diese Weise.

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Bei der Tür machte ich es mir dagegen einfach: Statt einem herausnehmbaren Element griff ich auf alte Stewalin-Abgüsse zurück, die ich innen und außen mit Leim befestigte.

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Die Wände des zweiten Stockwerks halbierte ich in der Mitte:

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So könnte die äußere Schicht den Putz darstellen, den ich mit Lücken als abgeblätterte Stellen versehen konnte, um auf die darunterliegende Schicht Steine aufzukleben.

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Zwar bestanden mittlealterliche Fachwerkwände überwiegend nur aus verputztem Flechtwerk und nicht aus Stein, aber für den besseren Look wählte ich hier einen gemauerten Untergrund.

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Die Fenster wurden schließlich mit Läden aus texturierten Hartschaumstückchen versehen, die an die Fensterseiten geleimt wurden.

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Details sind das A und O bei so einem Bau, da sie das Ergebnis nocheinmal gehörig aufwerten, weshalb ich beispielsweise die Fensterläden noch mit je zwei Querbalken (aus Hartschaum) und ringförmigen Griffen (aus Kunststoffwäscheleinenstückchen) aufpimpte.

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Aprospos Details – auch im Erdgeschoss wurden an den Wandbalken noch Stützelemente befestigt.

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Beim Dach machte ich es mir bequem – statt aufwendig Wände zu vermessen und zu verkleben, schnappte ich mit den Heißdrahtschneider und einen dicken Hartschaumblock und schnitt mir daraus ein Massivdach zurecht, komplett mit zwei Giebelerkern.

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Für die Dachschindeln wurde ein dicker Hartschaumbalken genommen und freihändig Schindelformen bis zur Balkenmitte eingeschnitten.

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Danach wurde der Halbschindelbalken in dünne Streifen geschnitten und diese mit einem Bleistift strukturiert.

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Anschließend wurden diese Schindelstreifen Lage für Lage von unten nach oben (zwecks Überlappung) auf das Dach geleimt.

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An den Erkern war das etwas nervig.

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Doch mit jeder neuen Schicht sah das Ganze besser aus.

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Hier und da liess ich für abgefallene Schindeln Lücken frei und verpasste dort dem Dachklotz eine Holzmaserung.

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Da am unteren Rand solcher Lücken der unstrukturierte Schindelstreifen sichtbar gewesen wäre, wurden hier einzelne Dachschindeln aufgeklebt.

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Schließlich war die erste Dachhälfte fertig und ein paar Bretterbohlen aus Styrodur wurden als verzierende Schindelbeschwerer noch aufgeklebt.

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Die zweite Dachhälfte sollte außerdem den Schornstein beinhalten, den ich ebenfalls aus einem mit Steinattrappen beklebten Hartschaumstück bastelte.

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Und auch ein kleiner Fenstererker kam noch an eine Dachfront.

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Schließlich – einfach nur um die Anzahl an Details zu erhöhen, da diese bemalt alles nochmal optisch ordentlich aufwerten – gab es noch Nägel aus Greenstuff hier und da an einzelne Holzbalken und an alle Dachschindeln mit sichtbarer Oberkante.

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Viele Nägel…

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Schließlich war das Fachwerkhaus fertig.

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Mittlerweile ist es auch schon mit ordentlich Farbe samt reichlich Leim grundiert und bereit für die eigentliche Bemalung. Ich werde berichten (edit: Und zwar hier).

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